Mythos „Fettverbrennungspuls“

Der Fettverbrennungspuls – ein Mythos unserer Gesellschaft.
Michael Bührke / pixelio.de

In der Sportmedizin und der Ernährungswissenschaft existieren noch heute zahlreiche Mythen und Halbwahrheiten, auf die sich sogar promovierte Mediziner und Sportwissenschaftler regelmäßig berufen. Einer dieser Mythen betrifft den so genannten Fettverbrennungspuls.

Der Hintergrund dazu ist folgender: Immer wieder wird von Ärzten und Fitnessstudios ein gezieltes Fettabbautraining empfohlen. Bei der Ausarbeitung diesbezüglicher Trainingspläne wird stets darauf geachtet, dass die Herzfrequenz (also der Puls) lediglich etwa 60 – 70 % der maximal möglichen Frequenz beträgt. Bei dem damit einhergehenden Training wird also das Hauptaugenmerk auf eine möglichst lange Trainingszeit gelegt, weniger auf die intensive körperliche Belastung. Schließlich predigten Experten bereits vor vielen Jahren, dass beim Abbau von Körpergewicht hauptsächlich die Ausdauer den Erfolg bringe, da der Körper erst nach circa 30 Minuten von der Verbrennung von Kohlenhydraten auf den eigentlich gewünschten Fettabbau umschalte.

Neueste Erkenntnisse zeigen jedoch, dass der Körper von Anfang an einen deutlich höheren Energieumsatz aufweist, wenn die Herzfrequenz entsprechend gesteigert wird. Dabei ist durchaus zum Abnehmen ein Training mit 80 – 90 % der möglichen Herzfrequenz ratsam. Auch der Mythos, dass die Fettverbrennung erst nach 30 Minuten einsetzt, ist falsch!

Somit ist auch der Mythos des so genannten Fettverbrennungspuls widerlegt. Es gibt ihn schlichtweg nicht. Denn auch hier gelten die einfachen Gesetze der Physik: Je intensiver (und natürlich auch länger) eine körperliche Betätigung ausfällt, desto mehr Kalorien werden dabei verbrannt und desto negativer gestaltet sich somit – bei gleicher Nahrungszufuhr – die Gesamt-Energiebilanz.

Weil sich außerdem gezeigt hat, dass der Körper nicht nur während einem Training entsprechend mehr Energie verbraucht, sondern auch in der Ruhephase danach, ist ein kurzes und intensives Training allgemein wirksamer als ein langes, aber weniger intensives. In welcher Form trainiert wird, spielt im Endeffekt keine Rolle. Ob gezieltes Krafttraining, Zirkeltraining oder Intervall- beziehungsweise Ausdauertraining: Entscheidend ist am Ende nur die Intensität.

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  1. 3 Jahren ago

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